Versorgender Gartenbau und Traktorservice
Etwa eintausend Frauen aus Jahaly und dem Nachbardorf Madina bewirtschaften die fünf Gärten mit einer Gesamtfläche von mehr als 100.000 m² (mehr als zehn Hektar).
Die Gärten sind auf Initiative der Dorfbevölkerung von Jahaly und Madina entstanden. Im Jahr 2002 trat das Frauenkomitee von Jahaly an die „Projekthilfe Dritte Welt e.V.“ heran und bat um Unterstützung für ein Gartenprojekt, für das sich etwa 220 Frauen zu einer Art Genossenschaft zusammengeschlossen hatten. Die Projekthilfe erklärte sich bereit, 21 Brunnen auf dem 40.000 m² (4 Hektar) großen Gelände zu bauen, das Gelände einzuzäunen und Mittel zur Verfügung zu stellen, um Saatgut und Düngemittel zu erwerben. Von der Regierung wurde ein Fachmann damit beauftragt, das Projekt zu begleiten und zu beraten.
Nach mehreren Versuchen, die Gärten mit einheimischem Stacheldraht , später mit Materialien aus dem norddeutschen Deichbau einzuzäunen, wurde aus Qualitäts- und Kostengründen entschieden, zum Schutz der Gärten ausschließlich schnellwachsende (Dornen-) Hecken anzupflanzen.
Inzwischen existieren fünf Gartenprojekte. Auf ihren Parzellen bauen die Frauen grüne Tomaten, Zwiebeln, Paprika, Chili, Okra (Gemüse-Eibisch), Auberginen, verschiedene Salat- und Kohlsorten, Möhren, Süßkartoffeln und vieles mehr an.
Garten „Jahaly 1“
Dieser Garten hat eine Größe von ca. 22.000 m² mit zwanzig Brunnen, d.h. ein Brunnen pro 1.100 m².
Garten „Madina 1“
Dieser Garten hat eine Größe von ca. 40.000 m² mit 21 Brunnen, d.h. ein Brunnen pro ca. 2.000 m².
Garten „Madina 2“
Dieser Garten hat eine Größe von ca. 11.000 m² mit acht Brunnen, d.h. ein Brunnen pro ca. 1.500 m².
Garten „Jahaly 2“
Dieser Garten hatte ursprünglich eine Größe von 11.000 m² mit nur vier Brunnen, d.h. ein Brunnen pro ca. 2.750 m². Im Jahr 2010 wurde der Garten um 15.000 m² erweitert und weitere sieben Brunnen gebaut, so dass jetzt ein Brunnen pro 1.000 m² zur Verfügung steht.
Garten „Buschklinik“
2010 entschieden die vier Frauenkomitees, einen fünften Garten als Gemeinschaftsgarten anzulegen und zu bewirtschaften. Das Gemüse wird für die Zubereitung des Mittagessens für die Kindergarten-Kinder verwendet. Die Projekthilfe hat dadurch weniger Ausgaben für den Kindergarten und kann freigewordene Spendengelder an anderer Stelle sinnvoll einsetzen. Gemüse, das im Kindergarten nicht verbraucht wird, erhalten die einheimischen Angestellten von Buschklinik und Kindergarten. Der Garten ist 5640 m² groß und verfügt über 6 Brunnen.
Alle Garten-Projekte sind erfolgreich. Die sehr engagierten Frauen und ihre Familien werden unterstützt, sich mit ausreichend frischem Gemüse zu versorgen. Gemüse, das die Familien nicht selbst verbrauchen, verkaufen die Frauen auf den Märkten der Umgebung. Die Erlöse erlauben es den Familien, mehr Geld in Gesundheit und in die Bildung ihrer Kinder zu investieren. Durch die gemeinschaftliche Organisation und Bewirtschaftung des „Buschklinik“-Gartens zeigen die Dörfer im Gegenzug freiwilliges Engagement für „ihre“ Projekte und beteiligen sich gleichzeitig an der Versorgung ihrer eigenen Kinder im Kindergarten
Seit 2005 stellt die „Projekthilfe Dritte Welt e.V.“ einen Traktor mit Scheibenegge und Anhänger (Kipper) zur Verfügung. Der Traktor ist auf dem Gelände der Buschklinik stationiert und kann von der Landbevölkerung angemietet werden. Die Bauern zahlen den Diesel für den Traktor und die Personalkosten für den Fahrer. Die Wartung des Traktors übernimmt die Projekthilfe.


